Sie sind hier:  >>> Merkmale von Gruppen 

Merkmale von Gruppen

In jeder Gruppe gibt es Gruppennormen, d.h. Erwartungen, wie sich die einzelnen Gruppenmitglieder zu verhalten haben, und eine bestimmte Rollenverteilung.

 

Gruppennormen

Jede Gruppe hat oder bildet ihr eigenes Wertesystem, aus dem sich die Gruppennormen ableiten. Gruppennormen sind die Erwartungen an die einzelnen Gruppenmitglieder, wie sie sich zu verhalten haben (vgl. das Kapitel: Werte-Normen-Rollen). Gruppennormen müssen nicht unbedingt ausdrücklich ausformuliert sein, sie können auch "unausgesprochen" gültig sein.
Gruppennormen legen fest, welche Leistungen in und von der Gruppe erbracht werden müssen. Sie bestimmen die Art der Kommunikation in der Gruppe, z.B. wer mit wem worüber sprechen darf oder auch nicht, ob und welche Gefühle gezeigt werden dürfen. Gruppennormen legen fest, wie sich die Gruppenmitglieder innerhalb der Gruppe und nach außen hin verhalten dürfen oder sollen. Dabei müssen nicht für alle Mitglieder die gleichen Normen gelten.

 

Rollenverteilung

In jeder Gruppe bildet sich spontan oder geplant eine Rollenverteilung heraus. Handelt es sich um eine formelle Gruppe, so stehen die aufgabenorientierten Rollen im Vordergrund. In jeder Gruppe gibt es aber auch situative Rollen, die je nach aktueller Situation vom einen oder anderen Mitglied aufgrund von besonderer Neigung oder Eignung übernommen werden, z.B. Initiant, Mitläufer, Sprecher, Schweiger. Es gibt auch Rollen, die nicht freiwillig übernommen werden, sondern einem Mitglied von den anderen aufgezwungen werden, z.B. die Rolle des Sündenbocks.Unter den situativen Rollen gibt es Rollen mit Erhaltungsfunktion, d.h. Rollen, die dem Erhalt der Gruppe dienen, z.B. der Vermittler, der Ausgleichende, der Mitläufer.
Andere situative Rollen werden aufgrund individueller Bedürfnisse spontan übernommen, z.B. der Aggressor, der Geltungssuchende, der Nörgler, der Verspielte, der Hemmende.

 

Diese Seite drucken

Copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl