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Entwicklung von Gruppen

Gleichgültig, um welche Art von Gruppe es sich handelt und welches Ziel sie verfolgt, sind Gruppen keine starren Gebilde, sondern sie sind einem ständigen Entwicklungsprozess unterworfen. Auch ist eine Gruppe nicht einfach die Summe ihrer Mitglieder. In jeder Gruppe bilden sich mit der Zeit Strukturen heraus. Die Gruppe entwickelt praktisch ein Eigenleben.
Im Allgemeinen läuft die Entwicklung einer Gruppe in vier Phasen ab.

 

Formierungsphase (forming)

Wird eine Gruppe neu gebildet, wissen die Mitglieder noch nicht, wie sie einander einschätzen können. Es herrscht Unsicherheit, manchmal sogar Angst. Man versucht, sich gegenseitig kennen zu lernen und herauszufinden, welche Verhaltensmuster in der Gruppe angebracht sind. In dieser Phase besteht die starke Tendenz, sich an einen möglichen Gruppenführer oder Sprecher anzuschließen. Die Gruppe orientiert sich insgesamt am Gruppenziel.

 

Konfliktphase (storming)

In dieser Phase kommt es zu Konflikten zwischen den Mitgliedern. Einzelne widersetzen sich dem Gruppenziel oder akzeptieren die Gruppennormen nicht. Es bilden sich Untergruppen mit verschiedenen Gruppensprechern, die gegenseitig ihre zwischenmenschlichen und gruppenbezogenen Konflikte austragen.

 

Normierungsphase (norming)

In dieser Phase entsteht der Gruppenzusammenhalt, das sog. Wir-Gefühl. Die Konflikte sind ausgetragen und die Mitglieder akzeptieren sich gegenseitig. Gemeinsam werden Gruppennormen aufgestellt und je nach Eignung die Rollen verteilt. Das Gruppenziel wird festgelegt und in Angriff genommen.

 

Leistungsphase (performing)

Die Gruppe kann sich nun auf ihre Aufgabe konzentrieren. Gruppennormen und Rollen werden von allen akzeptiert und können für das Erreichen des Gruppenziels genutzt werden.

Dieser phasenhaft verlaufende Gruppenbildungsprozess ist nicht zwingend notwendig, kann aber häufig bei der Bildung von Gruppen beobachtet werden. Die einzelnen Phasen können unterschiedlich lang und intensiv sein. Neue Mitglieder oder neue Gruppenziele können den Prozess erneut in Gang bringen.

 

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Copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl