Der Mensch als soziales Wesen

Was kennzeichnet den Menschen?

Welche Grundeigenschaften kennzeichnen den Menschen? Was unterscheidet den Menschen grundsätzlich vom Tier?

 

Bewusstsein

Der Mensch ist "sich seiner selbst bewusst". Er erlebt seinen Körper als Träger von Empfindungen und eigenem Willen. Er erlebt sich selbst als Zentrum des eigenen Handelns. Der Mensch hat Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Er ist sich im Klaren über seine eigene Vergangenheit, ja sogar über die Vergangenheit seiner Art. Er kann in die Zukunft hinein planen und ist sich sogar seines eigenen Endes bewusst. Darüber hinaus macht er sich Gedanken über ein Weiterleben nach dem Tod.

 

Soziabilität

Der Mensch hat die Fähigkeit zu situationsgerechtem Verhalten. Der Mensch versucht, seine eigene Wirkung auf andere und die Reaktionen anderer vorherzusagen und in seine Handlungspläne mit einzubeziehen. Zu diesem Zweck muss er differenzierte Beziehungen zu seinen Artgenossen aufnehmen. Wichtigstes Instrument dafür ist die menschliche Sprache.

 

Lernbedürftigkeit

Im Gegensatz zum Tier besitzt der Mensch nur ganz wenige angeborene Verhaltensmuster (=Instinkte). Er kommt als unfertiges, unspezialisiertes Lebewesen auf die Welt und muss die arteigenen Verhaltensweisen (aufrechter Gang, Sprache) im ersten Lebensjahr erst erlernen (physiologische Frühgeburt, extrauterines Frühjahr). Es ist anscheinend besonders wichtig, dass der Mensch diese Verhaltensweisen im Umgang mit seinen Mitmenschen erlernt. Auch später ist der Mensch in hohem Maße darauf angewiesen, immer neue Verhaltensweisen zu lernen, um in seiner Umwelt bestehen zu können. Er ist also besonders lernbedürftig.

 

Lernfähigkeit

Der großen Lernbedürftigkeit des Menschen steht aber seine überaus hohe Lernfähigkeit gegenüber. Der Mensch ist nicht abhängig von immer gleich ablaufendem, instinkthaftem Verhalten, sondern er hat die Möglichkeit, sich immer neuen Situationen anzupassen, indem er angemessene Verhaltensweisen erlernt.

 

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Copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl